Yoga

deep in touch

„Yoga ist das Zurruhekommen der Denkbewegungen, das Ausgerichtetsein des Geistes auf einen Punkt.“

Yogasutra 1.2

Yoga ist der Schamanismus der Inder.

Du gehst über die verschiedensten Methoden wie über Brücken in Erfahrungen, die Dein Wesen wandeln und transformieren. Deine Wahrnehmung über das, was „real“ ist und über das, was Du für möglich hältst, erweitert sich. Die körperlich-energetisch-geistigen Auswirkungen einer regelmäßigen Yogapraxis sind sehr vielschichtig. Sie können sich auf alle Bereiche des Lebens erstrecken und auf sie regulierend einwirken, ohne dass dies bewusst gesteuert werden muss.

Jeder Mensch kann Yoga üben.

Yoga ist, zu erkennen was IST – JETZT. HIER.

Ziel der Yogapraxis ist: die eigene Präsenz einzunehmen und die inneren unruhigen Bewegungen des Denkens und Fühlens zu beruhigen.

Dafür werden die best-möglichen Voraussetzungen geschaffen:
ein vitaler Körper
ein machtvoller Atemstrom
hohe Konzentrationsfähigkeit
das Ausgerichtet-Sein auf die eigene ICH BIN Präsenz
die Kraft der Unterscheidung

Die Methoden und Übungen und deren Schwerpunkte entwickeln sich mit den Bedürfnissen der Menschen, die sie anwenden.

Die entscheidende Frage ist nicht: Wie schaffe ich es, so viele Positionen oder Atemübungen wie möglich zu beherrschen? Die Frage ist: WIE kann ICH JETZT Yoga üben? Was dient MIR, um in den Yogazustand zu kommen und darin zu verweilen. Kein Buch, keine Abhandlung über Yoga und kein noch so treffender Erlebnisbericht können Yoga so gut verständlich machen, wie es die eigene Erfahrung vermag!

Mythologie

Shiva gilt unter anderem als der Herr des Yoga. Er wird dargestellt in tiefer Meditation in sich selbst ruhend und mit der Position des Sambhavee Mudra, den halbgeschlossenen Augen. Diese Mudra lässt den Übenden in den Räumen des Geistes verweilen, um so vom weltlichen Geschehen unbeeinflusst zu sein und gleichsam an den Aktivitäten der Welt teilzuhaben.
Dies kann ebenso als Ziel des Yoga betrachtet werden, obwohl Yoga als solches kein Ziel verfolgt. Absichtslos ruhe ich in mir, im ewigen Geist, in meiner ICH BIN Präsenz, in meinem Herzen. Ohne Aktivismus und ohne Anhaftung handle ich in der äußeren Welt und bringe mich selbst, das heißt meine Liebe, meine Interessen, mein Wesen, meine Fähigkeiten, meine Ausstrahlung voll ein. Selbstvergessen und um des Handelns willen handle ich leidenschaftlich und hingebungsvoll.
Die Göttin Shakti ist die Energie die letztlich bewirkt, dass die Welt der Körper entsteht, die sie antreibt und zur Entfaltung und Entwicklung bringt. Yoga bezeichnet in seinem Wortstamm das „Joch“, das zwei Gegensätze verbindet und zu einer Einheit werden lässt. So ist Shakti-Shiva die maskulin-feminine Einheit, die Eins gewordene Dualität. Shakti, die Energie, die Shiva, den Geist in Materie gießt.
Dies ist das Wirkprinzip des Universums. Hier trägt Shiva auf seinem Haupt die Mondsichel. Das Haupt steht für die Verbindung mit den „hohen“ Sphären, der Galaxis, den geistigen Reichen. Die Mondsichel ist ein Symbol, geprägt durch den Rhythmus des Werdens und Vergehens im weiblichen Zyklus und im verkörperten Leben.
Sie gilt in den meisten Kulturen der Erde als das Symbol für die Göttin in ihren vielfältigen Erscheinungen. Als Qualität und Ausdruck des Femininen. Die archetypische Zuordnung des Weiblichen zu Nacht, Intuition, Gefühl und Imagination ermöglicht die Offenbarung des Mysteriums und dessen Einfließen in das maskuline Tagesbewusstsein mit seinen klaren Sinnen und den bewussten, verstandesmäßigen Strukturen.
Auch der Mythologie um die Göttin Freya, die im keltischen bzw. nordeuropäischen Raum als Symbol für Fruchtbarkeit und Sexualität gilt, ist die Mondsichel eigen. Freyas magisches Wissen, das geprägt ist von Wahrnehmung, Transformation und EinsSein, wurde als „seidr“ bezeichnet, was mit dem Sanskritwort siddhi verwandt ist. Siddhis sind wunderbare geistige Kräfte, die sich durch Yogapraktiken in den Körperraum hinein entfalten.
(siehe unten: Raja Yoga)

Was bedeutet Yoga?

(Zitate)
Yoga bedeutet „meditative Energiearbeit, die teilweise auf indische und teilweise auf vorbuddhistische schamanische Quellen in Tibet zurückgeht.“
Ulli Olvedi

„Jede Aktivität kann als Übung des Yoga angesehen werden, die mit den folgenden drei Qualitäten ausgeführt wird: Leidenschaft (im Sinne von Engagement), Vernunft und Hingabe.“
R.Sriram

„Das Hauptziel des Yoga ist die Lehre des Weges zur Vereinigung der menschlichen Seele mit dem Höchsten Geist, der das Weltall durchdringt. Erlangung der Vollkommenheit.“
B.K.S.Iyengar

„Yoga ist eine komprimierte Form des Erwachsenwerdens.“
Rose Miram-Gatz

„Wenn Gedanken und Eindrücke in gleichmäßigem Strom den Geist durchfließen, sammelt sich der Mensch – das ist Yoga.“
Yogasutra 3.12

„Was immer wir bei der Erforschung unseres Inneren und des Weltraumes an Erkenntnis zu gewinnen vermögen, ist im System des Yoga enthalten.“
Marcus Bach

„Yoga ist eine unschätzbare Hilfe auf dem Weg zur eigenen Wesensidentität. … Yoga ist der Weg aus der Dunkelheit ins Licht, in die Klarheit…“
Bernd Bachmeier

„Es muss vor allem deutlich gemacht werden, dass das Wort „Yoga“ einen Zustand betrifft, einen Zustand der Einheit, einen Zustand ohne Trennung, ohne Teilung.“
Gérard Bliz

„Yoga ist, die Einheit zwischen Körper und Geist mittels des Atems wiederherzustellen.“
R.Sriram

„Der Weg des Yoga ist einzigartig. Yoga ist einzig und allein eine Erfahrung, und die muss man erleben, um sie zu kennen.“
Gérard Bliz

Ergänzt werden sollte, dass mit dem Wort „Yoga“ auch der Weg benannt ist, der dabei hilft, in den Bewusstseinszustand „Yoga“ zu gelangen. Es ist also nicht falsch, bei dem Wort „Yoga“ an Übungstechniken zu denken:
„Der Zustand des Yoga kann erreicht werden durch das Üben von Yoga.“
Yogasutra

Nebenwirkungen

Die direkt spürbare Auswirkung der Übungstechniken, die so förderlich sind für unsere Gesundheit, ist eigentlich nur eine Nebenwirkung! Viele Menschen üben heute Hathayoga wegen genau dieser Nebenwirkungen: der Körper wird gelenkiger, geschmeidiger, der Rücken gestärkt, wir dehnen und entspannen, kräftigen und gleichen aus. Die Organ- und Sinnesfunktionen werden angeregt, der Körper entgiftet, einige der feinstofflichen Hüllen werden ebenso wie der Körper gereinigt, der Kreislauf stabilisiert, der Stoffwechsel und die Verdauung werden angeregt oder reguliert… darüber hinaus werden die Konzentrationsfähigkeit erhöht und Stress abgebaut. Alle Fließströme werden frei, was das Bilden von Staus verhindert, die dann zu Krankheiten führen könnten. Yogapraxis kann sich sowohl anregend als auch beruhigend auswirken, sowohl wärmen als auch kühlen. Das Körper- und Energiesystem kann mit Yogaübungen erreicht und entsprechend des Bedarfs reguliert und gekräftigt werden. Der Mensch kommt zur Ruhe. Gedanken und Gefühle treten in den Hintergrund und das Wesentliche tritt hervor. In diesem Zustand zu verweilen und ihn in das Alltagsbewusstsein zu integrieren, ist ein Ziel der Yogapraxis.
Geistige Fähigkeiten (Zauberkräfte) können sich entwickeln. Das Unterbewusstsein, quasi unsere innere Stimme, die geprägt ist durch Erfahrungen und die sich uns über Emotionen, Träume oder auch Krankheiten mitteilt, erhält durch Yogapraxis neue Impulse. D.h. das Unbewusste erfährt über die Körperhaltungen, Atemmuster oder Meditationsangebote aus dem entsprechenden Yoga-Übungsprogramm eine Irritation seiner bisherigen Prägung und kann sich mit neuen Ausrichtungen auseinander setzen. Alte Pfade können verlassen werden. Eine Kraft, die uns aus der Mitte heraus zufließt, schenkt uns Stabilität und den Mut neue Schritte zu tun.
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Die 4 Yogapfade

Sie fließen oft zusammen und ergänzen oder bedingen einander.

1. Jnana Yoga = verstandesmäßiges Begreifen und intellektuelle Analyse der göttlichen Wahrheit. Der Verstand wird dazu benutzt, die Natur des Geistes zu hinterfragen und zu erkennen. Durch Konzentration und Analyse wird der Yogazustand erfahren.

2. Bhakti Yoga = vollkommene inneren Hingabe. Durch die Rezitation kraftvoller Worte, Gesänge, oder alter Schriften und durch hingebungsvolles Beten wird der Yogazustand erfahren. Ein Yogaweg, der mit dem Herzen verbindet.

3. Karma Yoga = bedingungsloses und selbstloses Dienen am Nächsten. Durch das erwartungslose Tun um der Handlung selbst willen, wird der Yogazustand erfahren.

4. Raja Yoga = Geisteskontrolle. Der Geist wird analysiert und beobachtet. Ziel ist es, ihn dadurch kennen und nutzen zu lernen. Es wird ein Zustand angestrebt der eine Balance ist zwischen Wollen und Sein. Ein liebendes Wollen und eine wollende Liebe. Durch absichtsvolles Geschehenlassen wird der Yogazustand erfahren. Ganz entspannt in Aktion. Hier finden sich die Praktiken der Geistigen Handlung und der Geistheilung. Es können Siddhis entstehen, das sind besondere Fähigkeiten, die in dem jetzt beginnenden Neuen Zeitalter mehr und mehr zur Normalität werden, z.B. Hellsichtigkeit, Bilokation oder Telepathie. Zu diesem Pfad gehört der Hatha Yoga, der sich Körper und Atem für diese Verwirklichung zu Hilfe nimmt.